Baden-Baden Geschichte

Baden-Baden als Kurstadt

Baden-Baden als Kurstadt: Von den römischen Thermalquellen über die Belle Epoque bis zum modernen Heilbad - die Geschichte einer der bekanntesten Kurorte Europas.

Kaum eine Stadt in Deutschland ist so eng mit dem Begriff der Kur verbunden wie Baden-Baden. Schon der Name verweist auf das heiße Quellwasser, das seit der Antike aus dem Boden dringt. Die Kur war und ist das Herzstück der Stadt, um das sich Gesellschaft, Architektur und Wirtschaft über Jahrhunderte hinweg gruppiert haben.

Das heiße Wasser aus der Tiefe

Grundlage der Kurstadt sind die Thermalquellen am Fuße des Florentinerbergs. Rund ein Dutzend Quellen liefert mineralreiches Wasser mit Temperaturen von bis zu etwa 68 Grad Celsius. Bereits die Römer erkannten den Wert dieses Naturschatzes und errichteten hier Badeanlagen, deren Reste bis heute erhalten sind. Über das Mittelalter und die frühe Neuzeit hinweg blieb der Ruf des heilenden Wassers lebendig, auch wenn die Stadt wechselvolle Zeiten durchlief.

Wer die verschiedenen Badeanlagen kennenlernen möchte, findet einen Überblick im Beitrag zu den historischen Bädern und Thermen Baden-Badens.

Aufstieg zur mondänen Kurstadt

Ihre eigentliche Blüte erlebte die Kurstadt im 19. Jahrhundert. Mit dem Bau des Kurhauses und der Eröffnung der Spielbank strömte der europäische Hochadel herbei, und Baden-Baden wurde zur „Sommerhauptstadt Europas”. Die Kur verband sich mit einem gesellschaftlichen Leben aus Konzerten, Bällen und Promenaden. Die Lichtentaler Allee, die Trinkhalle und die eleganten Badehäuser gaben dem Kuraufenthalt einen mondänen Rahmen. Mehr zu dieser Epoche schildert der Beitrag zu Baden-Baden im 19. Jahrhundert.

Als 1872 das Glücksspiel reichsweit verboten wurde, besann sich die Stadt auf ihren ureigenen Kern zurück. Aus dem Spielerparadies wurde ein anerkanntes Heilbad, das sich ganz auf Gesundheit und Erholung ausrichtete. Neue medizinische Einrichtungen und moderne Badehäuser entstanden, und Baden-Baden festigte seinen Ruf als erstklassiger Kurort.

Kurstadt bis heute

Auch im 20. und 21. Jahrhundert hat Baden-Baden seinen Charakter als Kurstadt bewahrt. Mit der Eröffnung der Caracalla Therme im Jahr 1985 und dem traditionsreichen Friedrichsbad verfügt die Stadt über moderne wie historische Bäder, die Besucher aus aller Welt anziehen. Die Kur ist längst mehr als Medizin: Sie steht für Wohlbefinden, Genuss und einen gepflegten Lebensstil. Wer heute anreist, findet in den Hotels der Stadt oft eigene Wellness- und Kurangebote, die diese lange Tradition fortführen. So bleibt Baden-Baden bis in die Gegenwart, was es über Jahrhunderte war: eine der schönsten Kurstädte Europas.

← Zurück zum Magazin

adsenseEnabled && ( )