Die Geschichte Baden-Badens als Bäderstadt reicht bis in die Antike zurück. Schon die Römer erkannten den Wert der heißen Thermalquellen am Fuß des Florentinerbergs und errichteten hier eine Siedlung, die den Namen “Aquae” trug, das lateinische Wort für “Wasser” oder “Quellen”. Aus dieser bescheidenen Bezeichnung entwickelte sich später der prächtigere Name Civitas Aurelia Aquensis, auch Aquae Aureliae genannt.
Die heißen Quellen als Fundament
Was Baden-Baden zu einem attraktiven Ort für die Römer machte, waren die natürlichen Thermalquellen, die aus großer Tiefe an die Oberfläche treten. Das Wasser erreicht Temperaturen von rund 68 Grad Celsius und war für die Badekultur der Römer ideal. Die Römer waren Meister der Wasserbaukunst und schätzten warme Bäder nicht nur zur Reinigung, sondern auch als Ort der Geselligkeit, der Erholung und der Heilung.
Am Florentinerberg und im Bereich des heutigen Marktplatzes entstanden über die Jahrhunderte ausgedehnte Badeanlagen. Diese frühe Nutzung legte den Grundstein für die Tradition, die Baden-Baden bis heute prägt. Wer sich für die moderne Fortsetzung dieser Kultur interessiert, findet in den heutigen Thermen & Wellness Angeboten eine direkte Linie zu den römischen Ursprüngen.
Der Bezug zu Kaiser Caracalla
Ein Name, der eng mit dem römischen Baden-Baden verbunden ist, ist der des Kaisers Caracalla, der zu Beginn des 3. Jahrhunderts regierte. Die Verbindung zu diesem Herrscher hat sich bis in die Gegenwart erhalten, denn die moderne Caracalla Therme trägt seinen Namen. Damit wird an die lange Tradition erinnert, die die Stadt mit der römischen Badekultur teilt.
Die Römer nutzten die Quellen über einen langen Zeitraum, und Aquae entwickelte sich zu einem regionalen Zentrum. Die Siedlung profitierte von ihrer Lage und der Anbindung an das römische Straßennetz, das die Provinzen miteinander verband.
Was heute noch erhalten ist
Von der römischen Vergangenheit Baden-Badens ist mehr erhalten geblieben, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Unter dem heutigen Marktplatz und am Florentinerberg befinden sich die Reste römischer Badeanlagen. Diese sogenannten Römischen Badruinen zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der Antike in der Region und geben einen Einblick in die technische Raffinesse der römischen Bäder.
Besucher können erahnen, wie die Anlagen einst funktionierten, mit ihren Heizsystemen und den durchdachten Wasserführungen. Die Ruinen sind ein greifbares Bindeglied zwischen der Antike und der Gegenwart und ein lohnendes Ziel für alle, die tiefer in die Vergangenheit der Stadt eintauchen möchten. Sie gehören zu den spannendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Die römische Epoche bildet somit den Ausgangspunkt einer langen Entwicklung. Was mit einfachen Badeanlagen begann, wuchs über die Jahrhunderte zu einem der bekanntesten Kurorte Europas heran. Ohne die heißen Quellen und ohne den Weitblick der Römer wäre Baden-Baden nicht das geworden, was es heute ist. Die Wurzeln der Stadt liegen unübersehbar in der Antike, und ihre Geschichte lässt sich bis zu jenen frühen Badegästen zurückverfolgen, die vor fast zwei Jahrtausenden die wohltuende Wärme des Wassers zu schätzen wussten.