Baden-Baden Geschichte

Baden-Baden im 18. Jahrhundert

Baden-Baden im 18. Jahrhundert: Vom Bedeutungsverlust nach der Residenzverlegung nach Rastatt bis zum Wiederaufstieg als Kurort am Ende des Jahrhunderts.

Das 18. Jahrhundert war für Baden-Baden eine Zeit der Umbrüche. Die Stadt, die im Mittelalter als Residenz der Markgrafen von Baden-Baden aufgeblüht war, hatte diese Rolle bereits am Ende des 17. Jahrhunderts verloren. Nach den Zerstörungen des Pfälzischen Erbfolgekrieges verlegte Markgraf Ludwig Wilhelm, bekannt als „Türkenlouis”, seinen Hof nach Rastatt, wo ab 1700 ein neues Barockschloss entstand. Für Baden-Baden bedeutete dieser Wegzug zunächst einen spürbaren Bedeutungsverlust.

Bedeutungsverlust nach der Residenzverlegung

Mit dem Umzug des markgräflichen Hofes nach Rastatt (endgültig um 1705) verlor Baden-Baden über Jahrzehnte an politischem Gewicht. Die repräsentativen Bauvorhaben und der höfische Glanz wanderten in die neue Residenzstadt ab. Baden-Baden blieb eine kleinere Stadt am Rande der Schwarzwaldberge, deren einstige Blüte als Fürstensitz verblasste.

Dennoch blieb ein Pfund erhalten, das die Stadt seit der Antike auszeichnete: die heißen Thermalquellen am Fuße des Florentinerbergs. Schon die Römer hatten hier ihre Bäder errichtet, und über die Jahrhunderte war der Ruf des heilenden Wassers nie ganz verstummt. Wer sich für die weit zurückreichenden Ursprünge interessiert, findet unter den Sehenswürdigkeiten Baden-Badens noch heute Spuren dieser langen Bädertradition.

Wiederaufstieg als Kurort

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wendete sich das Blatt. Das Baden in Thermalquellen kam in Mode, und der medizinische Wert der Kur wurde zunehmend geschätzt. Baden-Baden knüpfte an seine alte Rolle als Badeort an und zog vermehrt Gäste an, die Erholung und Heilung suchten. Damit legte die Stadt den Grundstein für ihren späteren Aufstieg zur international bekannten Kurstadt.

Auch politisch ordnete sich die Region neu. Im Jahr 1771 fielen die getrennten badischen Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach wieder zusammen, nachdem die Baden-Badener Linie ausgestorben war. Das vereinte Baden entwickelte sich rasch weiter: 1803 wurde es zum Kurfürstentum, und 1806 stieg es im Zuge der napoleonischen Neuordnung Europas zum Großherzogtum Baden auf. Diese Aufwertung des Landes sollte im folgenden Jahrhundert auch Baden-Baden zugutekommen.

Die Weichen für die Blütezeit

So schwierig die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts für Baden-Baden verlief, so bedeutsam waren die Entwicklungen an dessen Ende. Der wiedererwachte Ruf als Kurort, die Vereinigung der badischen Lande und die politische Aufwertung zum Großherzogtum bildeten zusammen die Grundlage für die glanzvolle Epoche, die im 19. Jahrhundert folgen sollte. Die Stadt, die einst ihre Residenz verloren hatte, war auf dem besten Weg, zu einem der elegantesten Badeorte Europas zu werden. Wie es dann weiterging, beschreibt der Beitrag zu Baden-Baden im 19. Jahrhundert.

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